Menschen, die ihren Alltag neu organisiert haben, Gemeinden, die näher zusammengerückt sind, und eine Region, die Mobilität neu gedacht hat: Mit dem Förderprojekt SMILE24 ist von 2023 bis 2025 ein Mobilitätsangebot rund um die Schlei entstanden, das gezeigt hat, wie Nahverkehr im ländlichen Raum funktionieren kann und was alles möglich ist.
SMILE24 (kurz für Schlei-Mobilität: innovativ, ländlich, emissionsfrei und 24/7) ist ein Modellprojekt der NAH.SH gemeinsam mit den Kreisen Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde. Die Modellphase wurde mit insgesamt 38,5 Millionen Euro durch Bund (75 Prozent), Land (20 Prozent) und beteiligte Kommunen (5 Prozent) gefördert.
In den vergangenen drei Jahren (Projektstart 2023, Umsetzung der Angebote von 2024 bis Ende 2025) wurde hier erprobt, wie ein moderner, verlässlicher Nahverkehr im ländlichen Raum aussehen kann. Im Zentrum standen elektrische Express- und Tourismusbusse, On-Demand-Shuttles, Bikesharing und Carsharing, alles digital vernetzt und emissionsfrei unterwegs.
Michael Hansen, Projektleiter bei SMILE24
Für Michel Hansen als SMILE24-Projektleiter war entscheidend, dass nicht ein einzelnes Angebot im Mittelpunkt steht, sondern vielmehr das Zusammenspiel aller Bausteine. Erst im Verbund entsteht ein System, das Wege erleichtert, Anschlüsse verlässlich macht und den Alltag vieler Menschen verändert. Schon im ersten Jahr wurde deutlich, wie wirkungsvoll dieses Zusammenspiel sein kann.
Copyright: NAH.SH
Viele Rückmeldungen aus den Gemeinden zeigen, wie unterschiedlich der Nutzen ausfällt und wie groß der Effekt sein kann. In Orten wie Selk oder Steinbergkirche gehörten die auffälligen Shuttles längst selbstverständlich dazu, oft genutzt auf dem Weg zum Bahnhof, zur Arbeit oder zu Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten im Umland.
SMILE24 entfaltete seine Wirkung in jeder Altersklasse. Jugendliche konnten eigenständiger unterwegs sein, ältere Menschen gewannen Mobilität zurück, und für manche Haushalte verlor der Zweitwagen an Bedeutung.
Das Projekt zeigt, wie wichtig ein Zusammenspiel aller Faktoren ist: Eine funktionierende App, instand gehaltene Haltestellen und Wartehäuschen sowie zuverlässige Dienste gehören für das positive Fahrgastgefühl und schlussendlich die Weiterempfehlung bspw. in der Gemeinde dazu. Die allgemeine Resonanz aus den Kommunen ist sehr positiv und zeigt, dass sich die Angebote im Alltag etablieren konnten.
Dass SMILE24 in kurzer Zeit mehrere Auszeichnungen erhalten hat, unter anderem den Deutschen Mobilitätspreis sowie den Deutschen Tourismuspreis 2024, zeigt zudem die Strahlkraft auch über die Mobilitätsbranche hinaus.
SMILE24-Auftakt im Frühjahr 2024: NAH.SH-Geschäftsführer Dr. Arne Beck und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen radeln mit Bikesharing-Rädern nach Schleswig zum Termin. (Copyright: NAH.SH)
Der SMILE24-Projektzeitraum war auf drei Jahre begrenzt und die Förderung endete am 31. Dezember 2025, dies bedeutete von Beginn an eine Herausforderung. Trotzdem konnten Strukturen geschaffen werden, die langfristig wirken. Mit einem Plus von 60 Prozent mehr Fahrgästen im ländlichen Raum wurde deutlich: SMILE24 bewegt!
Seit dem 1. Januar 2026 führen die beiden beteiligten Kreise zentrale Bausteine des Projekts in den regulären ÖPNV über. Für Michel Hansen ist das ein klares Zeichen dafür, dass ein guter ÖPNV einen Mehrwert für die Region bietet.
So geht es in 2026 weiter: Zwischen den Zentren der Region (Flensburg, Eckernförde, Schleswig, Kappeln, Süderbrarup, Satrup) fahren die Busse von früh bis spät mindestens im Stundentakt, auch an den Wochenenden. Wo kein Bus fährt, übernimmt auf Abruf das NAHSHUTTLE als Zu- und Abbringer. Die Bikesharing Räder bleiben in Eckernförde, Schleswig und im Amt Süderbrarup erhalten. Der Name NAHSHUTTLE SMILE24 wurde zum Start in das Jahr 2026 geändert zu NAHSHUTTLE Schleswig-Flensburg und NAHSHUTTLE Eckernförde.
Des weiteren sollen Expressbusse, Shuttles, Mobilitätsstationen und digitale Informationen weiterentwickelt werden, um dauerhaft zuverlässige Angebote im ländlichen Raum zu sichern.
SMILE24 hat gezeigt, was möglich wird, wenn Mobilität im ländlichen Raum neu gedacht wird. Für Michel Hansen bleibt vor allem die Erfahrung, dass Menschen wieder Wege nutzen, die sie lange nicht mehr für erreichbar hielten, und dass Mobilität ein Stück Lebensqualität zurückbringen kann.
Aus seiner Sicht ist das eigentliche Fazit deshalb weniger technisch als menschlich: „SMILE24 war für alle Beteiligten sehr intensiv und dennoch steht das Ergebnis: Der Einsatz für Mobilität im ländlichen Raum lohnt sich wirklich.“
Die Schlei-Region hat zusammen mit der NAH.SH diesen Schritt gewagt und ein Beispiel geschaffen, das bundesweit Beachtung findet.
Weitere Informationen unter: https://smile24.nah.sh.



