Jedes Lächeln zählt: Janniks Traumberuf als Busfahrer in Lübeck
Jannik ist 26 Jahre alt und lebt in Bad Schwartau. Seit Mai 2023 sitzt er mit Freude am Steuer eines Busses der Stadtwerke Mobil Lübeck und lebt Fahrt für Fahrt seinen Kindheitstraum: Busfahrer sein! Im NAH.ran!-Interview spricht er über seine Ausbildung und den Arbeitsalltag. Außerdem verrät er seine Wünsche an Fahrgäste, die Zukunft des Nahverkehrs und den besonderen Zauber des Wortes „Dankeschön“!

Jannik arbeitet seit 2022 als Busfahrer bei den Stadtwerken Lübeck Mobil und hat dort seinen absoluten Traumjob gefunden.
Jannik, wie sind Sie Busfahrer geworden?
Busfahrer war seit meiner Kindheit ein Traumberuf für mich. Dann habe ich mich beworben, wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und erhielt tatsächlich am selben Tag die Zusage. Darüber habe ich mich sehr gefreut. In den Betrieb der Stadtwerke Mobil Lübeck eingetreten bin ich dann im Dezember 2022 und im Fahrdienst seit Mai 2023.
Was mögen Sie an Ihrem Arbeitsalltag ganz besonders?
Grundsätzlich das Busfahren an sich – ich finde es cool, es macht Spaß. Ich mag das Unterwegssein, also nicht immer am selben Platz zu arbeiten, sondern ich bin mal hier, mal dort. Ich bin generell ein Mensch, der gerne unterwegs ist, auch in seiner Freizeit. Außerdem mag ich es, die Verantwortung für die Fahrgäste zu tragen, und natürlich auch für „mein“ Fahrzeug. Und gewissermaßen die Verantwortung, die ich für mich selbst habe.
Wofür fühlen Sie sich beim Busfahren besonders verantwortlich?
Für die Sicherheit, die steht grundsätzlich an erster Stelle, noch vor der Pünktlichkeit. Und dann natürlich das Wohlbefinden der Fahrgäste. Der Bus ist ein Reisemittel, und ich finde, da sollte man auch schauen, dass sich die Fahrgäste wohlfühlen – so wie man das selbst ja auch möchte, wenn man z. B. im Zug oder im Flugzeug sitzt.
Begegnet Ihnen Wertschätzung?
Der ÖPNV ein systemrelevantes Berufsfeld. Aber die Wertschätzung ist leider nicht immer so, wie man es sich gerne wünschen würde. Andererseits gibt es auch Situationen, wo man schon merkt, dass man wertgeschätzt wird – beispielsweise durch ein einfaches „Dankeschön!“ von Fahrgästen. Das ist sehr selten, aber es kommt mal vor.
Fühlen Sie sich in einer Art ÖPNV-Gemeinschaft, also unter den Busfahrer*innen und auch generell?
Ja, das liegt vielleicht aber auch ein bisschen daran, dass ich ein großes Interesse am ÖPNV generell habe. Über Social Media, beispielsweise Instagram, bin ich auch mit ein paar Gleichgesinnten in Kontakt. Und in meinem Freundeskreis arbeiten die meisten selbst auch im ÖPNV, und das ist dann durchaus eine coole Sache. Weil man Verständnis für den anderen hat und sich da reindenken kann. Und letztendlich passt es auch in der Freizeit öfter ganz gut zusammen, denn wir haben nun mal nicht immer am Wochenende frei.
Gibt es Begegnungen, die Ihnen besonders im Kopf geblieben sind – also Positive oder Herausfordernde aus Ihrem Berufsalltag?
Positiv ist, wenn man mal ein „Dankeschön!“ von Fahrgästen bekommt. Das ist dann schon eine Art Wertschätzung für mich. Herausfordernde Begegnungen habe ich selten, aber die treten mal auf, wenn die Leute generell gereizt sind. Das kommt ja hin und wieder mal vor und ist nicht so leicht. Betrunkene Fahrgäste sind sowohl an den Haltstellen als auch im Bus immer eine Herausforderung. Da muss man die Augen überall haben.
Was kann dabei helfen, dass das Miteinander im Bus besser funktioniert?
Wenn die Leute hilfsbereit sind, beispielsweise wenn ein Rollstuhlfahrer ein- oder aussteigen möchte und Fahrgäste aus Eigeninitiative heraus die Rampe runter und wieder reinklappen. Und grundsätzlich ein respektvoller Umgang miteinander, dass man einfach nicht nur sich selbst sieht.
Gibt es auch Situationen, an die man als Fahrgast vielleicht gar nicht denken würden, aber die für Sie im Alltag schwierig sind?
Also herausfordernd ist, wenn die Busse sehr voll sind. Und schwierig ist die Verkehrsdichte, die in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Der dichte Verkehr erschwert es uns, die Fahrzeiten einzuhalten, gerade zu den Hauptverkehrszeiten. Hinzu kommen dann Staubildung und Baustellen.

Jedes Lächeln zählt – dies wünscht sich Jannik nicht nur von seinen Fahrgästen, sondern lebt es auch selbst.
Was wünschen Sie sich von Fahrgästen?
Gar nicht so viel. Mir persönlich würde manchmal schon einfach ein „Hallo“, „Guten Abend“ oder „Guten Tag!“ durchaus reichen. Einfach mal ein kurzer Blickkontakt und ein freundliches Lächeln – also ich persönlich freue mich über sowas sehr.
Was machen Sie, wenn Sie selbst einen schlechten Tag haben und in den Bus einsteigen?
Ich habe grundsätzlich die Einstellung: Für meine Probleme oder mein Wohlbefinden können ja andere Leute nichts. Ich bin dann eher ruhig, ich lasse das nicht an anderen aus.
Was macht das Busfahren speziell in Lübeck für Sie besonders?
Lübeck ist meine Geburtsstadt. Meine Heimatstadt ist Bad Schwartau, da wohne ich seit 26 Jahren. Es ist ein gewisser Stolz dabei, so ein großes Fahrzeug durch Lübeck und die Randgebiete fahren zu können, ja zu dürfen.
Als jemand der fast täglich mittendrin ist: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Nahverkehrs?
Das sind ein paar Punkte: Ich wünsche mir von der Politik, dass das ÖPNV-Angebot in Lübeck an sich weiter finanziert und ausgebaut wird, auch natürlich in anderen Städten und vor allem auch auf dem Land. Das ist ja ein Punkt, der schon seit Jahren diskutiert wird. Auch wünsche ich mir mehr Wertschätzung für die Berufsgruppe– also nicht nur für uns Busfahrerinnen und Busfahrer, sondern auch für Lokführer*innen und die gesamte Branche.
Für mich persönlich wünsche ich mir, auch wenn es egoistisch klingen mag, dass der ÖPNV nicht total autonom wird. Das wird wohl leider kommen, früher oder später. Ich bin der Ansicht, man sollte Arbeitsplätze nicht nur wegrationalisieren, sondern auch beibehalten. Denn es gibt Menschen wie mich, für die ist das Busfahren mehr als Arbeit. Wenn man mir jetzt sagen würde: „Du darfst diesen Beruf nicht mehr ausüben!“ wäre ich sehr traurig.
Danke Jannik für das Interview und weiterhin gute Fahrt!
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