Drei Jahre Deutschlandticket: Schleswig-Holstein belegt Spitzenplatz bei Flächenländern
Ganze drei Jahre ist es her, dass am 1. Mai 2023 das Deutschlandticket als bundesweit gültiges ÖPNV-Ticket eingeführt wurde. Seitdem ist viel passiert, doch eines ist geblieben: Menschen allen Alters steht seither ein Abo zur Verfügung, welches deutschlandweit in allen öffentlichen Verkehrsmitteln des Nahverkehrs gültig ist. Und das scheint bei rund einer halben Million Schleswig-Holsteiner*innen erfreulicherweise gut anzukommen!

Drei Jahre Deutschlandticket – was läuft gut, und wie geht es weiter?
Der kürzlich veröffentlichte dritte Zwischenbericht zur „Evaluation des Deutschlandtickets 2024–2026“ im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr beschreibt, dass die Nutzung vor allem in Metropolen wie Hamburg oder Berlin hoch ist. Dennoch wird dem Ticket auch im ländlicheren Raum eine wichtige Rolle zugeschrieben. In Schleswig-Holstein fahren laut Studie rund 16 Prozent der Bevölkerung mit einem Deutschlandticket-Abo. Im Vergleich zu den anderen 13 Flächenländern liegt Schleswig-Holstein dabei gemeinsam mit Baden-Württemberg auf einem sehr guten Platz 2, hinter Nordrhein-Westfalen (19 Prozent) und vor Rheinland-Pfalz (15 Prozent).
In der Gruppe der mäßig besiedelten Bundesländer ist Schleswig-Holstein sogar Spitzenreiter, was die Zahl der Abonnements anbelangt.

Ein Blick zurück: Wie das 9-Euro-Ticket für Umdenken sorgte
Der Einführung des Deutschlandtickets ging das 9-Euro-Ticket voraus. Vom 1. Juni bis zum 31. August 2022 konnte man für lediglich 9 Euro im Monat den gesamten ÖPNV in Deutschland nutzen. Ziel der damaligen Regierung war es, die Bürger*innen im Zuge der laufenden Energiekrise finanziell zu entlasten und einen Anreiz zu schaffen, verstärkt den Nahverkehr zu nutzen. Das 9-Euro-Ticket verkaufte sich rund 52 Millionen Mal. Das Interesse der Bürger*innen war geweckt – und groß.
Das Angebot war zeitlich begrenzt. Es überzeugte nicht nur die Fahrgäste, sondern bewegte auch politische Entscheidungsträger*innen. Ein dauerhaftes, deutschlandweit gültiges Nahverkehrsticket sollte etabliert werden. Im November 2022 einigten sich Bund und Länder schließlich auf die Einführung des Deutschlandtickets, welches mit je 1,5 Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder finanziert werden sollte.
In Rekordgeschwindigkeit wurde rund ein halbes Jahr später, am 1. Mai 2023, das Deutschlandticket auf den Markt gebracht. Der Startpreis lag bei monatlich 49 Euro. Zum Januar 2025 wurde der Preis auf 58 Euro, zum Januar 2026 auf 63 Euro pro Monat erhöht.
Die Zahl der Nutzenden hat sich trotz der Preiserhöhung positiv entwickelt. Während das Ticket im Mai 2023 mit 6,4 Millionen Abonnent*innen bundesweit startete, liegt es aktuell (Stand April 2026) bei rund 14,5 Millionen Nutzer*innen. Das ist ca. ein Fünftel der deutschen Bevölkerung.
In Schleswig-Holstein mit seinen rund 3 Millionen Einwohner*innen lag die Zahl der Deutschlandticket-Abonnements im Februar 2026 bei knapp 500.000. Dazu zählen alle Abos der gesamten sogenannten „Deutschlandticket-Familie“, also neben dem klassischen Deutschlandticket auch das Job-, Schul- und Semesterticket.
Deutschlandticket-Abos der NAH.SH
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Ein Blick in die Zukunft: Was läuft gut, und wie geht es weiter?
Die Studie sieht bundesweit ein zusätzliches Potenzial von bis zu 5,8 Millionen weiteren Deutschlandticket-Nutzer*innen. Diese könnten vor allem dadurch gewonnen werden, wenn Nutzen und Vorteile des Deutschlandtickets noch bekannter würden (Marketing) und frühere Nutzer*innen zurückgeholt würden (Reaktivierung).
Neben dem individuellen Nutzen der Fahrgäste betonen die Gutachter*innen die allgemeinen positiven Umwelteffekte des Tickets und schätzen die jährlichen CO₂-Einsparungen auf rund 2,5 Millionen Tonnen. Auch verbessere das Ticket die Mobilität von Menschen mit geringerem Einkommen und stärke die gesellschaftliche Teilhabe.
Im März 2026 einigten sich die Verkehrsminister*innen auf einen sogenannten „Preisindex“ für das Deutschlandticket, mit dem der Ticketpreis über eine Formel berechnet werden soll, die die Faktoren Personal-, Energie- und allgemeine Kosten berücksichtigt.





